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Mit herzlichen Grüssen aus dem Goetheanum
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                                                          NEWSLETTER
                                                                            
     Juli 2026



Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde!


Tiere lernen ausserordentlich schnell, sich in der zu ihnen passenden Umgebung autonom und intelligent zu verhalten. Der Mensch ist weit weniger effizient und braucht dafür Jahrzehnte. Dies bringt ihm den entscheidenden Vorteil: Wenn er will, kann er lebenslang lernen, und immer autonomer und intelligenter werden.

Tiere verändern die Umgebung nur minimal, um einen für sie geeigneten Lebensraum zu schaffen. Der Mensch kann durch seine Arbeit eine Kultur und eine Zivilisation schaffen, durch die er immer besser seine eigene Entwicklung fördern kann. Dieser Vorteil birgt aber eine Gefahr: Der Mensch kann durch seine Arbeit die Natur und die Gesellschaft zerstören.

Lernen und Arbeiten machen den Menschen zum Menschen. Lernen und Arbeiten sind auch die zentralen Aufgaben von Schule und Kindergarten. Lernen und Arbeiten sind heute nicht mehr selbstverständlich, und so müssen wir uns als Pädagoginnen und Pädagogen immer wieder fragen, wie wir die Formen von Lernen und Arbeit in der Schule so gestalten, dass sie zeitgemäss sind.

«Zum Lernen und zur Arbeit»: Dies ist das Thema der kommenden World Teachers' Conference, für die wir als Titel ein Zitat aus dem Morgenspruch für die Mittel- und Oberstufe gewählt haben.

In diesem Newsletter finden Sie einen Artikel zum Tagungsthema und  einen Hinweis auf das von der Pädagogischen Sektion herausgegebene Buch: «Lernen, in der Welt zu sein» – welches jetzt als englisches E-Book auf der Webseite der Pädagogischen Sektion erworben werden kann. Zudem finden Sie hier unseren Jahresbericht 2025, einen  Beitrag zu unserer Studie «Resilienz und Pädagogik», neue Artikel auf Waldorf Resources sowie eine Veranstaltungsankündigung der Tagung für Gesundheit und Pädagogik (Förderpädagogik), die wir im Oktober zusammen mit den Schulärztinnen und Schulärzten anbieten werden.


Sommerliche Grüsse aus der
Pädagogischen Sektion am Goetheanum


World Teachers' Conference 2027

– «Zum Lernen und zur Arbeit» –


Das Thema der Tagung ist dasjenige, was das Leben der Schule ausmacht: Lernen: das Ein-Verweben in das schon Da-Seiende – in das, was uns vorangegangen ist, wonach sich der Mensch sehnt und womit er sich durch die Geburt verbindet. Arbeiten: die schon da-seiende Welt durch aktive Teilhabe am Geschehen verwandeln, sich in das Weltgeschehen einschreiben und in diesem Vollzug selbst werden.

Wofür ist man Tag für Tag in der Schule? Wir vergegenwärtigen es uns gegenseitig – die Kinder, die jungen Menschen, die Lehrpersonen – «zum Lernen und zur Arbeit»*. Das Leben der Schule.

Lernen und Arbeiten sind die Elemente, zu denen der Mensch angetreten ist. Das stetige Erweitern des Welt- und Wissenshorizonts sowie die aktive Gestaltung der gemeinsamen Wirklichkeit sind die Grundlagen. Sie bilden die Substanz des Schicksals im Erwachsenenleben. Die Schule des Lebens.

Im Lehrersein verbinden sich beide Dimensionen. Das Leben in der Schule wird zu einer Schule des Lebens, in der sich pädagogische Praxis und Wissen um die Welt verbinden und durchdringen müssen. Die Schule des Lebens und die mitverantwortende Weltbürgerschaft legitimieren das Lehren und ermöglichen es uns, den Kindern und jungen Menschen jeden Tag zu sagen: Das ist unsere gemeinsame Welt.

An der Tagung werden wir diese Dimensionen des Lehrer-Seins, des Welt-Lehrer-Seins, die Rudolf Steiner in den pädagogischen Kursen in England immer wieder hervorhebt, mit Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt teilen und vertiefen. Denn ohne diese Aufgabe gibt es keine Schule. Schule ist ein Ort, an dem wir von Beginn an Lernen und Arbeiten, Teilhabe und Transformation üben und leben.

Zur Tagung:

Angesichts der technischen Entwicklungen und der
maschinellen künstlichen Intelligenz stellen sich existentielle Fragen zum Lernen und zur Arbeit, zur sozialen Verantwortung sowie zur Verantwortung gegenüber der Natur. Wissenschaftler, Pädagogen sowie sozial und politisch aktive Menschen werden zu diesen Themen Vorträge halten. Aufkommende Fragen werden wir dann in freien Gesprächen behandeln.

Ein zentrales Thema wird auch die Frage sein, worauf die Unterrichtsvorbereitung der Lehrpersonen heute gründet. Welche Rolle kommt der maschinellen Unterstützung, der Autonomie und Kreativität zu? In der Vorbereitung lernen und arbeiten wir als Pädagogen – auch dieses Lernen und Arbeiten ist aktuell infrage gestellt. Umso wesentlicher für das pädagogische Handeln sind daher die meditative Praxis, die kontemplative Vertiefung in der Menschenkunde und die kollegiale Zusammenarbeit.

Für Mitglieder der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft finden Klassenstunden statt. Für diejenigen, die diese von Rudolf Steiner für die Freie Hochschule begründete meditative Erkennntisschulung noch nicht kennen, wird es parallel eine Einführung und ein Gespräch dazu geben.

Es wird Führungen durch den Bau und das Gelände, Vorträge und Forschungsberichte, Best-Practice-Beispiele sowie Konzerte von Jugendlichen aus Frankreich und Lettland, von Musikern aus Norwegen, Argentinien und der Schweiz sowie Eurythmie, auch vom Goetheanum-Ensemble, geben. Zum Todestag Rudolf Steiners am 30. März sind alle zu der Gedenkfeier eingeladen.

Das Programm wird Ende August veröffentlicht und die Online-Anmeldung wird ab Mitte September möglich sein.

Die Pädagogische Sektion am Goetheanum und der Haager Kreis - Internationale Konferenz für Steiner Waldorf Pädagogik laden Sie herzlich zur 12. World Teachers’ Conference ein. Die Tagung ist eine Fortbildung und eine gemeinsame Vergegenwärtigung dessen, wofür wir angetreten sind: arbeiten und lernen!


*
Wie es im Morgenspruch heisst, den Rudolf Steiner den Lehrerinnen und Lehrer für die Schule gab. Vgl. Rudolf Steiner. Konferenzen mit den Lehrern der Freien Waldorfschule in Stuttgart 1919 bis 1924, erster Band: Das erste und zweite Jahr, 1919 - 1921. GA 300a. Basel 2019, S. 64ff.


Jahresbericht der Pädagogischen Sektion

«Lernen in schwierigen Zeiten» – diese für ein Kolloquium gewählte Thematik, könnte das Motto für das ganze Arbeitsjahr 2025 der Pädagogischen Sektion sein.
«Lernen, in der Welt zu sein»

Perspektiven zur pädagogischen Praxis


Dieses Buch von Constanza Kaliks und Philipp Reubke versammelt inspirierende Beiträge internationaler Pädagoginnen, Pädagogen und Wissenschaftler, die sich einer der grundlegendsten Fragen widmen: Was ist der Mensch – und was bedeutet dieses Verständnis für Bildung und Erziehung? Die Autorinnen und Autoren verbinden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen aus der Waldorfpädagogik und eröffnen neue Perspektiven auf Lernen, Entwicklung und kulturelle Vielfalt.

Im Mittelpunkt stehen die Einzigartigkeit des Kindes, die Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sinneserfahrungen für nachhaltiges Lernen sowie die Verantwortung von Schule und Erziehung in einer sich wandelnden Welt. Die Beiträge regen dazu an, den Menschen nicht auf messbare Leistungen zu reduzieren, sondern seine individuelle Entwicklung bewusst zu begleiten und zu fördern.


NEU: Ab sofort können Sie das 200-seitige E-Book auf Englisch direkt als PDF herunterladen – einfach über den untenstehenden Link direkt bei der Pädagogischen Sektion kaufen. Preis für das PDF: 16.80 CHF/EUR.

Das Buch auf Deutsch können Sie wie bisher direkt über paed.sektion@goetheanum.ch bestellen. Preis für das Buch: 19 CHF/EUR.

«Individuation als Bildungsprozess»

Perspektiven zu Rudolf Steiners Ich-Verständnis



Die Waldorfpädagogik versteht sich als Pädagogik der Individuation. Sie will den Weg zur autonomen, sich selbst verantwortenden Persönlichkeit fördern, die sich fortwährend in Bezug zu den anderen und der umgebenden Welt konstituiert.

Die Autorinnen und Autoren setzen sich in diesem Band aus unterschiedlichen wissenschaftlichen und kulturellen Perspektiven mit dem ihr zugrundeliegenden Menschenbild beziehungsweise mit dem auf Rudolf Steiners Anthroposophie basierenden Individualitäts- und Ich-Verständnis auseinander. Sie gehen dabei davon aus, dass Anthroposophie und damit die Grundlage der Waldorfpädagogik nicht als geschlossenes und dogmatisch-exegetisch zu deutendes Ideengebilde zu rezipieren ist, sondern als ein fortwährend weiterzudenkendes Konzept.


Dieses 528 Seiten umfassende Werk wird herausgegeben von M. Michael Zech, Constanza Kaliks und Jost Schieren. Es enthält Beiträge von Ulrich Kaiser, Rita Schumacher, Albert Schmelzer (u.v.a.). Sie finden dieses Buch beim Info3-Shop und im Buchhandel.


«Auf den Schultern von Riesen, Schritte ins Unbekannte: Die Entwicklung der Fragebögen»

In diesem Beitrag beschreibt Studienautorin Belle Leung, wie sie mit ihrer Langzeitstudie «Resilienz und Pädagogik» eine weitere Etappe erreicht hat: Der Weg vom bewusst formulierten Fragebogen zur «ethischen Genehmigung» der Universität Maastricht.

Neues auf Waldorf Resources
«VISIONS FOR tomorrow»

Eine einzige Idee kann Veränderung bewirken!


Die ständige Konfrontation mit Krieg, Flucht, Gewalt und Klimawandel erzeugen Gefühle von Hilfslosigkeit und Perspektivlosigkeit. Nicht nur bei Erwachsenen, sondern besonders auch bei jungen Menschen führt das zu Lethargie und Pessimismus.

Christian und Corinna Boettger, beides Waldorflehrende aus Leidenschaft, schieben zusammen mit dem Verein «VISIONS FOR tomorrow» der Lethargie und dem Pessimismus nun einen Riegel vor. Durch die Teilnahme an ihrem Projekt «VISIONS FOR tomorrow» sollen Jugendliche dazu ermutigt werden, positive Zukunftsbilder, Hoffnungen und Wünsche zu formulieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Ihre Vision:

Jede Veränderung beginnt mit einer Idee. Wenn Sie in Ihrer Steiner Waldorf Schule, Ihrer Einrichtung oder Jugendgruppe gemeinsam Zukunftsbilder für morgen entwickeln und die Teilnehmenden ihre Stimmen, Träume und kreativen Ideen zu einem lebendigen Netzwerk verbinden, kann ein globales Bewusstsein wachsen und Realität werden – für eine gemeinsame Welt von morgen.

Wie funktioniert das Projekt?

1: Sie sind eine Steiner Waldorf Schule/Einrichtung/Jugendgruppe. Sie schreiben dem Organisations-Team eine E-Mail. Sie teilen ihm die Grösse Ihrer Gruppe mit und wie das Wort «morgen»/«tomorrow» in Ihrer Landessprache heisst.

2: Das Organisations-Team lässt eine weisse Fahne mit dem Wort «morgen» in Ihrer Landessprache herstellen. Es schickt diese mit Infomaterial und einem Überraschungspaket (u.a. mit Quarzkristallen) zurück. Ihre Teilnahme am Projekt ist ab jetzt verbindlich.


3: Austausch und Ideenbildung in den Schulen/Einrichtungen/Jugendgruppen.


4: Die Schulen/Einrichtungen/Gruppen pflanzen einen Fahnenmast mit der bedruckten Fahne ein. Dabei gibt jede teilnehmende Person einen Quarzkristall mit ihren persönlichen Visionen für die Zukunft in die Erde. Dann wird die Fahne gehisst.


5: Dokumentation durch die Teilnehmenden und Veröffentlichung auf der VISIONS-FOR-tomorrow-Webseite, in Museen und Kulturforen auf der ganzen Welt.


Die Teilnahme am Projekt ist bewusst einfach gehalten und kostet Sie nichts. Das Projekt soll zeitgleich in aller Welt in einem Zeitraum von drei bis vier Wochen stattfinden.

«VISIONS FOR tomorrow» wird vom Verein «Visions for Tomorrow e.V.» unterstützt.
Das Kunstprojekt des Künstlers Maurits Boettger war die Inspiration für dieses Projekt.


Veranstaltungen

16. September 2026:
22. bis 25. Oktober 2026:
30. März bis 3. April 2027:
pedagogy_at_the_goetheanum
Goetheanum Pädagogische Sektion, Rüttiweg 45, 4143 Dornach, Switzerland
T +41 61 706 43 15 • F +41 61 706 437 3

paed.sektion@goetheanum.ch


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